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Grundkurs Philatelie Drucken
Sonntag, 8. März 2015
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Grundkurs Philatelie
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Schnell-Kurs in Philatelie

1.) "Was brauch´ ich?"Eine gute Pinzette mit abgestumpfter Spitze: Briefmarken sollte man möglichst nie mit den Fingern oder scharfen Werkzeugen angreifen! Einige Leute legen übermäßig viel Wert darauf, einen "Fehler" am Gummi bzw. den Zähnen zu finden, um den Preis einer Marke drücken zu können.Sauberes Wundbenzin und eine schwarze Plastikschale, um Wasserzeichen testen zu können. Vorsicht: Es gibt einige Markenfarben, die das Wundbenzin nicht verkraften (steht explizit im Katalog. z.B. Deutsches Reich: Zeppelinmarken).Einen Zähnungsschlüssel - davon gibt es unterschiedliche Ausführungen. Ich bevorzuge diese durchsichtige Schablone -> billig und effizient (siehe Abbildung).Eine gute Lupe: Viele Details werden erst so sichtbar. Ein normaler Scanner kann hier sogar noch bessere Dienste liefern. Für unterwegs sollte man sich die Anschaffung einer 10x (oder max. 20x) Steinlupe überlegen (das kommt auch auf das Sammelgebiet an). Bei neuem Material wird es sicher auch ohne Lupe gehen, bei der Suche nach Typen der Klassischen Marken allerdings ist sie unbedingt nötig! Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!Eine UV-Lampe (da gibt es verschiedene Wellenlängen) bzw. Quarzlampe. Tatsächlich benötigt man diese Lampe nicht allzu oft. Es kommt aufs Gebiet an. Insbesondere bei den "neuen" Marken von z.B. GB oder BRD kann so eine Lampe wichtig sein, um Sicherheitsmerkmale zu identifizieren.Klemmtaschen aus speziellen Folien (zur Aufbewahrung teurer und empfindlicher Marken) - es gibt verschiedene Hersteller.Ein gutes Album: Bei älteren Alben wurden in den Klarsichtstreifen noch Briefmarkenschädigende Weichmacher verwendet. Nach ein paar Jahren erscheinen die Marken braun-gelb und sind damit oft minderwertig bis wertlos. Persönlich bevorzuge ich Einsteckalben, weil öfters umsortieren vorkommt. Wer ein Gebiet einfach "abstecken" will, kann auch auf Vordruckalben ausweichen.Einen handelsüblichen Katalog: Insbesondere der Zumstein Katalog oder der SBK erscheinen jährlich neu und sind häufig anzutreffen. Es gibt aber noch andere Verlage (z.B. Philex ,Michel,etc.). Die Wertangaben schwanken von Katalog zu Katalog, aber dies ist nur beim Händler ärgerlich. Tatsächlich sollte man dem Katalogwert nicht zu viel Bedeutung beimessen. Vieles bekommt man unter 10%, oder gar gratis, manche Rarität übersteigt auch die Katalogpreise (wenn ein Liebhaber dafür gefunden wird). Im Prinzip sagt der Katalogpreis nur etwas über die Häufigkeit und Beliebtheit einer Marke aus. Der Katalog vergleicht also Marken untereinander. Ab wann ist eine Marke "selten"? - da werden die Meinungen am Weitesten auseinander gehen. Ich freue mich noch über eine Marke, welche 5 Euro Straßenpreis überschreitet, d.h. sie steht im Katalog mit mindestens 20 bis 30 Euro. Andere Sammler werden erst ab 500 Euro Kat-Preis einen glasigen Blick bekommen. Der Wert einer Marke ist immer sehr relativ. Letztendlich werden immer Angebot und Nachfrage den Wert bestimmen.

Utensilien

2.) "Was ist ein Falz?"Bevor es die Steckordner gab, wurden Marken auf Papier- oder Kartonseiten geheftet. Im Laufe der 40er / 50er Jahre hat sich diese Praktik weitgehend erledigt. Der Falz war ein kleines Pergaminstreifchen, welches (zumeist) mit einem Teil auf die Rückseite der Marke und mit dem zweiten umgebogenen Teil auf die Kartonseite geklebt wurde. Dieser Vorgang bedingte natürlich, dass eine Unzahl gefalzter Marken der Klassik vorkommen, aber nur ein erschreckend kleiner Teil postfrisch (also ungestempelt und nicht gefalzt mit Originalgummi). Irgendjemand hatte dann plötzlich die Idee, diesen postfrischen Marken eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen, woraus ein teilweise extrem hoher Wert bei den Klassikern resultierte.Nun ist die Sache aber nicht ganz so einfach, weil z.B. viele Neudrucke bei den klassischen Marken existieren (Neudrucke wurden offiziell von den Behörden nachgedruckt, sind also keine Fälschungen). Viele dieser Neudrucke sind quasi fast identisch mit den ursprünglichen Originalen und werden oft anhand des verwendeten Gummis unterschieden. Wenn der Gummi nun fehlt (wie bei den gestempelten und von den Briefen abgelösten Marken) ist der Neudruck schwer als solcher identifizierbar. "Gummi" ist auch nicht immer der richtige Ausdruck, oft wurde Tierleim verwendet.Entfalzte Marken sind ein weiteres Ärgernis. Besonders dann, wenn der Falz nur ein paar Quadratmilimeter Gummi beschädigt hat. Kauft man so eine Marke fälschlich als postfrische und bemerkt später dieses Qualitätsmanko, hat man möglicherweise über 50% zu viel bezahlt. Der Gummi der postfrischen Marken leidet auch mit der Zeit: Irgendwann hat man wunderschön eingeklebte Marken, aber massive Gummischäden zu beklagen - teuer gekauft und dann nur noch 2. Wahl. Fazit: Besser man nimmt gestempelte Marken. Auch hier gibt es viele teure Stücke und sie erzählen eine kleine Geschichte bzw. machen die Bestimmung leichter.Wenn man schon gefalzte Ware kauft, dann zumindest solche mit "Erstfalz". Jeder weitere Falz beschädigt die Marke und resultiert oft in dünnen Papierstellen (beim Entfalzen), oder gar Rissen, erschwert die Erkennung des Wasserzeichens und schaut überhaupt grausig aus. Wenn ein Falz auf der Marke ist, sollte er auch ehrlicherweise oben bleiben. Entfalzte Ware wird zudem oft schlechter bewertet, als Erstfalz-Ware.Hier ist eine 12 Rappen Helvetia Brustbild( Zumstein Nr.105 / Michel Nr. 99) postfrisch, entfalzt und ohne Gummi. Bei sehr teuren postfrischen Marken sollte man zudem aufpassen, kein "nachgummiertes" Material zu kaufen. Also lieber mit Attest kaufen (die Grenze kann hier jeder selber festlegen, bei mir beginnt der Zweifel ab 200 Euro Kat-Preis, bevorzuge aber gestempeltes Material und kann mich daher dieser Problematik meist entziehen).



Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 8. März 2015 )
 
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